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Markus Lüpertz als Lehrer – mein Weg als Meisterschülerin in seiner Klasse

Markus Lüpertz gehört zu den prägendsten deutschen Künstlern der Gegenwart – als „Malerfürst“ tituliert, als langjähriger Rektor der Kunstakademie Düsseldorf eine Institution, als Maler und Bildhauer international ausgestellt. Über den Künstler Lüpertz ist viel geschrieben worden. Weniger bekannt ist, wie er als Lehrer arbeitet. Genau davon handelt dieser Beitrag: Brigitte Puschmann studierte in seiner Klasse an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor, erwarb dort ihr Diplom in Zeichnung und Malerei und setzt ihre Arbeit dort seit 2026 als Meisterschülerin fort. Hier berichtet sie, was den Unterricht bei einem der bekanntesten Maler Deutschlands ausmacht.

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Wer ist Markus Lüpertz? Eine kurze Einordnung

Geboren 1941 in Reichenberg (Böhmen), zählt Lüpertz seit den 1960er-Jahren zu den zentralen Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Malerei und Nachkriegszeit. Bekannt wurde er mit seinen „dithyrambischen“ Bildern, die Abstraktion und Gegenstand auf eigenwillige Weise verbinden; später prägten Motivserien, mythologische Themen und ein umfangreiches skulpturales Werk sein Schaffen. Die Kunstwerke von Markus Lüpertz sind in bedeutenden Museen und im öffentlichen Raum vertreten und regelmäßig Gegenstand großer Retrospektiven. Ebenso prägend ist seine zweite Rolle: die des Meisters, der Generationen von Malerinnen und Malern an verschiedenen Akademien ausgebildet hat – zuletzt an der ADBK-K Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor bei München. Er war maßgeblich beteiligt die Malerei als Kunstgattung wieder hochleben zu lassen in Zeiten eines breit gefächerten Kunstbegriffs.

„Was man malt hat jeder selbst zu verantworten“ 

Aus der Perspektive von Brigitte Puschmann: „Der Satz, der über meiner Zeit in der Klasse steht, lautet: Was man malt hat jeder selbst zu verantworten". Lüpertz erzieht nicht zur Nachahmung – im Gegenteil. Er fordert Haltung. In den Bilderbesprechungen geht es nicht um Gefälligkeit, sondern um die Frage, ob ein Bild als Malerei besteht: Komposition, Setzen von Farben und Farbklängen, Konsequenz. Das ist fordernd, manchmal unbequem sich den ständigen Entscheidungen zu stellen, und genau deshalb so wertvoll. Man lernt, das eigene Werk zu verteidigen – oder "sehen zu lernen" - zu verstehen. Und nur dann konsequent zu verwerfen und besser neu zu beginnen.“

„Für meine eigene Arbeit war sein Blick ein Wendepunkt. Als er meine reduzierten Streifenbilder als die logische Konsequenz meiner früheren Serie bezeichnete, war das mehr als ein Kompliment – es war die Bestätigung, dass meine Entwicklung einer inneren Notwendigkeit folgt. Diese Arbeiten sind heute als Stripes Serie Teil meines Kernwerks.“ Aber auch die Gefahr der Methodik zu erkennen lehrte er uns. Methodik mag hilfreich sein für Etwas, was gut ankommt, immer und immer zu wiederholen. Aber nicht die Methodik ist gewünscht, sondern die ständige Erweiterung, Ausprobieren und Verdichtung. In einer der letzten Bildbesprechungen hatte er mit Begeisterung festgestellt, das meine Werke ein Prinzip haben und keine Methode und durch sie eine wunderbare eigene Welt erschaffen wurde. "Ein für mich wahrlich wichtiges Kompliment."

Was ein Meisterschüler-Status bedeutet

Der Titel Meisterschülerin ist im deutschen Akademiesystem eine Auszeichnung, keine bloße Verlängerung des Studiums: Der Professor wählt nach dem Diplom einzelne Absolventen aus, deren künstlerische Position er für tragfähig hält, und begleitet sie in einer vertieften Arbeitsphase. Für Sammler und Kunstinteressierte ist der Status ein belastbares Qualitätssignal – er dokumentiert, dass eine unabhängige, gewichtige Stimme der Kunstwelt die Entwicklung einer Künstlerin für relevant hält. "Für mich als Meisterschüler von Markus Lüpertz an der AdBK-K ist es eine Zeit des Verdichtens der Dinge, die ich über die letzten Jahre ausprobiert habe um das grundlegende Prinzip hinter meinen Arbeiten herauszuarbeiten und meine eigene künstlerische Handschrift zu schärfen." 

Den vollständigen Werdegang von Brigitte Puschmann finden Sie in der Biografie mit Ausstellungsübersicht.

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Bilder von Markus Lüpertz sehen – wo?

Wer Gemälde und Skulpturen von Lüpertz im Original erleben möchte, wird in großen deutschen Museen ebenso fündig wie im öffentlichen Raum – von München bis ins Rheinland. Aktuelle Ausstellungen lassen sich am besten über die Programme der großen Häuser und Galerien recherchieren. Aus rechtlichen Gründen werden an dieser Stelle keine Abbildungen seiner Werke gezeigt – der Besuch vor dem Original ist ohnehin durch nichts zu ersetzen.

Markus Lüpertz betrachtet drei abstrakte Gemälde

Über die Autorin

Brigitte Puschmann ist zeitgenössische Künstlerin aus München und Meisterschülerin bei Prof. Markus Lüpertz. Ihre Werkserien finden Sie unter Kunstwerke, ihren Werdegang unter Biografie & Ausstellungen.

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